ch verlor also frühe meinen Vater und meine Mutter, und das Häuschen überkam mein Bruder Änderl, welcher ein gar böses Weib hatte, welches uns geschwind alle miteinander aus dem Haus jagte. ... Nun war ich ganz allein und irrte so von einem Hause zum andren ... wurde auch öfters vom Hunger so matt, daß, wenn ich auch etwas zu kochen gehabt hätte, ich es vor Mattigkeit nicht hätte tun können ... Es ist hier wie an vielen Orten gebräuchlich, daß man um die Zeit Allerheiligen den Goten (den Patenkindern) und andern armen Kindern Segen weggen austeilet; diesen trachtete ich auch fleißig nach, und hatte meinen Brotsack ziemlich angefüllt bekommen. Allein mein Proviant war von keiner Dauer, weil ich allzu begierig darauf versessen war und öfters als es sein sollte in meinen Sack hineinguckte. ...
Ich war barfuß, und meine schwarzbraunen Füße mit einer dicken Haut überzogen, hatten sich ohne Verletzung über spitzige Steine hinzugehen gewöhnt. ... Ich war mit einem zerrissenen kleinen Hemde und erbettelten alten Kleidern behangen ... an meiner Seite hing mein alter Brotsack, und in der Hand trug ich einen starken haselnen Stock, um die Hunde damit abzuwehren.



Peter Prosch, 1789, S15ff.

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